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Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Hilfe für Alkoholkranke und Angehörige
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quasimodo

Geschlecht:  Anmeldedatum: 10.04.2010 Beiträge: 138
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Verfasst am: Sa 17.07.2010 16:29 Titel: Rückfallprävention |
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Ich habe für mich einmal das Thema Rückfallprävention etwas näher beleuchtet.
Bei meinen Recherchen bin ich auf folgende interessante Sites gestossen:
"Der Rückfall ist das gravierendste Ereignis nach jeder Alkoholismustherapie.Statistiken belegen deutlich, daß innerhalb von vier Jahren über 50% aller Patienten rückfällig werden. Die Autoren bieten ein strukturiertes Rückfallpräventions-Training (RPT) für die Suchttherapie an. Dieses wird seit Jahren mit großem Erfolg in der Universitätsklinik zu Lübeck eingesetzt.
Der Rückfall ist für die einen eine Katastrophe, für die anderen eher Normalität. Auf jeden Fall ist er das gravierendste Ereignis nach jeder Alkoholismustherapie. Statistiken belegen deutlich, daß innerhalb von vier Jahren über 50% aller Patienten rückfällig werden. Anlaß genug für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema 'Rückfallprävention'"
Buchtipp: Rückfallprävention bei Alkoholismus-Fähigkeiten im Focus: Ein Manual. Klinische Praxis
"Sowohl in der Forschung als auch in der Praxis existiert keine einheitliche Definition des Rückfallbegriffs. So wird in einigen Studien ein Rückfall nur bei erheblichem
Alkoholmissbrauch angenommen, während andere Studien bereits bei einem geringen
einmaligem Alkoholkonsum von einem Rückfall sprechen. (...)
Noch restriktiver sind die Kriterien des ,,trockenen Rückfalls". Nach Körkel
und Lauer liegt ein trockener Rückfall vor, wenn ein alkoholabstinent lebender Alkoholiker in
frühere Denk-, Erlebens- und Verhaltensweisen zurückfällt, welche vor der Abstinenz mit
seinem Alkoholkonsum in engem Zusammenhang standen, auch wenn kein Alkohol
konsumiert wird (Körkel u. Lauer 1995, S.158). Ebenso wie die enge Rückfalldefinition wird
der ,,trockene Rückfall" insbesondere von Selbsthilfegruppen angewandt(...)
Die subjektive Sichtweise der Klienten ab, wann man von einem Rückfall spricht bringt die
,,subjektive Rückfalldefinition" zum Ausdruck. So ist für den einen der Konsum einer Flasche
Bier ein einmaliges Ereignis, ohne Infragestellung der Abstinenz, während es für den
anderen bereits ein klarer Rückfall ist (Weidanz 2000, S.4). Die subjektive Sichtweise der
abhängigen Person sollte in die Rückfallprävention mit einbezogen werden."
Buchtipp: Rückfall und Rückfallprävention bei Alkoholabhängigen
"Entscheidend ist, ob das Rückfallgeschehen gestoppt wird und aus der Analyse sichtbar wird, wo noch ungelöste Probleme da sind. Wer erkennt, welche Prozesse am Werk sind und wie Rückfälle früh erkennbar sind, gewinnt mehr Möglichkeiten der Selbstkontrolle und kann sich damit vor weiteren Rückfällen schützen. Also - nicht aufgeben, weitermachen, wenn die Therapie vorbei ist, Beratungsstelle aufsuchen... und vielleicht erstmal nachdenken, was da eigentlich geschehen ist."
Leitfaden zur Rückfallanalyse bei Alkoholabhängigkeit
Das Buch zum Artikel: Kognitiv-verhaltenstherapeutische Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit: Ein Trainingsmanual [Taschenbuch]
Buchtipps:"Prävention - Suchtprävention" _________________ „Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.“
Werner von Siemens |
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quasimodo

Geschlecht:  Anmeldedatum: 10.04.2010 Beiträge: 138
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Verfasst am: So 08.08.2010 00:33 Titel: |
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Alkohol-Rückfall - was tun?
Wege aus dem Labyrinth
Nur ein Jahr nach der Alkohol-Entgiftung werden mindestens 80% der Patienten rückfällig. Mit der richtigen Lebensführung kann man das Risiko mindern.
"Dieses erste Glas hat mich sofort versenkt; es war ein Volltreffer unterhalb der Wasserlinie." So schildert Ernst Herhaus in seinem klassischen Alkoholiker-Roman Kapitulation einen Rückfall. Doch das berüchtigte "erste Glas" führt nicht zwangsläufig zum Absturz. Aber jeder Rückfall ist ernst -- er kann auch mit dem Tod enden. Bei vielen gilt der Rückfall immer noch als das Undenkbare. Die Therapeuten fühlen sich persönlich beleidigt, für die Angehörigen ist es ein Schock. Da hat es jemand nicht geschafft, er hat das Versprechen, das er sich, seiner Familie, seinem Arbeitgeber gegenüber gegeben hat, gebrochen. So wird der Rückfall als Schritt in die Ausweglosigkeit fehlinterpretiert. Und dies erschwert es dem Alkoholiker, schnellstmöglich Hilfe zu suchen.
Es fängt im Kopf an
Der Rückfall ist ein komplexes Geschehen. Er beginnt im Kopf, lange vor dem eigentlichen Griff zum ersten Glas. Ein treffender Spruch dazu lautet: "Der Rückfall endet mit dem ersten Glas." Das erscheint auf den ersten Blick absurd, doch so ist es. Vor dem ersten Glas ist nämlich eine Menge geschehen, was dann an einem vorher nicht erkennbaren Punkt fast zwangsläufig zum Rückfall führt. Rückfälle fangen scheinbar harmlos an, doch im Unterbewusstsein schleicht sich die Sucht heran. Es gilt, einfach jeden Tag gut auf sich aufzupassen. Langjährig trockene Alkoholiker leben sehr bewusst und wachsam, damit aber auch besonders intensiv.
Wie kann ich dem Rückfall vorbeugen?
Leben Sie im Bewusstsein, dass Ihre Alkoholkrankheit nur zum Stillstand gebracht worden ist und jederzeit wieder ausbrechen kann. Essentiell ist es, "Hochrisikosituationen" zu erkennen, zu meiden oder zu lernen, sie ohne "Stoff" zu meistern. Wenn Sie sich gefährdet fühlen, suchen Sie kompetente Gesprächspartner auf: jemanden aus Ihrer Selbsthilfegruppe oder Ihren Therapeuten, rufen Sie notfalls die Telefonseelsorge an.
Die Gier nach dem Suchtmittel wird auch mit dem englischen Begriff Craving bezeichnet. Das Craving kann binnen weniger Sekunden auftreten. Für diesen Moment der Gefahr müssen Sie gewappnet sein. Beherzigen Sie bitte als obersten Grundsatz: Nichts alleine unternehmen. Rufen Sie einen Freund von der Selbsthilfegruppe an - und zwar, bevor Sie getrunken haben. Die positive Wirkung wird verblüffend sein.
Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Alkohol-Rückfall - was tun?: Wege aus dem Labyrinth http://chronische-krankheiten.suite101.de/article.cfm/alkoholrueckfall_was_tun#ixzz0vxgEwCmd
Rückfall - der ganz normale Wahnsinn ?

Die Statistik sagt aus, dass mindestens 80% aller Entgiftungspatienten innerhalb des folgenden Jahres rückfällig werden.
Wenn zusätzlich eine Entwöhnung stattgefunden hat, verringert sich der Anteil auf etwa 50 % innerhalb von vier Jahren, wobei mit Entwöhnung eine Langzeittherapie gemeint ist.
Eine Therapie, oder auch Reha genannt, verbessert also die Chancen trocken zu bleiben ganz erheblich.
Das ist zwar eine sehr deutliche Verbesserung, aber man muss trotzdem feststellen, dass etwa die Hälfte aller Betroffenen rückfällig wird – aufgrund dieser Tatsachen muss man leider einsehen, ein Rückfall ist eher „normal“, eher die Regel, als die Ausnahme, und deshalb muss man sich als Angehörige(r), als „Helfer“ oder auch Arzt oder Therapeut darauf einstellen (auch für die Mitarbeiter der Kliniken ist es nicht immer sehr aufbauend, wenn sie die Hälfte der Patienten wiederkommen sieht).
Allerdings: Wenn man die Patienten von Herz-Kreislauf-Kliniken oder anderen Reha- Kliniken nach dem Ablauf von vier Jahren befragen, bzw. untersuchen würde, dann hätte man womöglich ein noch schlechteres Ergebnis, was die "Langzeit-Erfolge" der Kur anbelangt. Aber hier wird es als normal angesehen, dass der Patient sich relativ schnell nicht mehr an der Gelernte erinnert oder erinnern will, dass der Patient zu bequem oder nicht interessiert an seiner eigenen Gesundheit ist. Dann beantragt er eben eine neue Kur. Man stelle sich nur die Bilder der in der Kälte vor der Kliniktür rauchenden Lungenkrebspatienten vor.
Aber wir gehen hier einmal davon aus, dass der Patient, zumindest dann, wenn er eine Weile in der Klinik ist, wirklich aufhören möchte zu trinken.
Bei Einlieferung sind etwa 80 bis 90% der Überzeugung, dass sie am Ende als "geheilt entlassen werden" und dann normal und kontrolliert wieder trinken können. An endgültiges Aufhören denken nur Einzelne - das ist zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar - auch wenn die Angehörigen, die Ärzte und das Personal etwas anderes gesagt bekommen).
www.aida-selbsthilfe.de _________________ „Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.“
Werner von Siemens |
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quasimodo

Geschlecht:  Anmeldedatum: 10.04.2010 Beiträge: 138
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Verfasst am: So 08.08.2010 01:04 Titel: |
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Das Rückfallmodell von Marlatt beschreibt als Auslöser für Rückfälle u.a. :
“Unausgewogener Lebensstil zwischen Sollen und Wollen” (keine Balance zwischen Vergnügen und Verpflichtung)
Suchtdruck mit der Erwartung an eine unmittelbare positive Alkoholwirkung z.B. durch Erinnerung an frühere positive Alkoholerlebnisse
Gesunkendes Selbstvertrauen (geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Selbstwirksamkeit)
“Rückfallschock” nach dem ersten Alkoholschluck (“Jetzt ist doch alles egal...”); dieser verführt dann zu weiterem Trinken
Ursachen für Alkoholrückfälle sind oft:
Unangenehme Gefühlszustände (Angst, Langeweile, Depression Wut)
Alkohol-Verführungssituationen (auf Feiern, am Arbeitsplatz)
Konfliktsituationen (Streit und Ärger)
Wunsch wieder kontrolliert/mäßig zu trinken
Angenehme Erlebnisse (“Noch einen oben drauf setzen”)
Körperliche Beschwerden (Unwohl-sein, Erkrankung, Schlafstörung)
Allgemein unausgeglichener Lebensstil (wenig Lust, viel Frust)
Zu unterscheiden sind kurze Rückfälle (“Ausrutscher” oder “Vorfälle”) von länger dauernden Rückfällen. “Vorfälle” können vom Betroffenen sehr schnell wieder gestoppt werden, während ausgewachsene Rückfälle länger andauern und negative Konsequenzen nach sich ziehen.
Rückfälle fallen nicht vom Himmel, sondern deuten sich meist lange vor dem ersten Schluck durch einen Rückfall in alte Verhaltensweisen an.
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Werner von Siemens |
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quasimodo

Geschlecht:  Anmeldedatum: 10.04.2010 Beiträge: 138
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Verfasst am: So 08.08.2010 01:26 Titel: |
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Two beers or not two beers:
Professionelles Rückfallmanagement
für unsere Patienten
www.ahg.de
Rückfallmodell von Marlatt
www.sucht-weiterbildung.de
Alkoholabhängigkeit
Modelle,Wirksame Strategien für Therapie und Rückfallprophylaxe.pdf
wwwpsy.uni-muenster.de
14. Tübinger Suchttherapietage vom 23. bis 25.9.2009: „Modelle der Sucht und Suchttherapie auf dem Prüfstand“
www.medizin-tuebingen.com
Einschätzung der Rückfallgefährdung in Hochrisikosituationen durch Alkoholabhängige nach einer stationären Therapie
unter besonderer Berücksichtigung soziodemographischer und suchtspezifischer Variablen.
Eine katamnestische Studie
Diplomarbeit im Fach Psychologie vorgelegt von Ulrike Backeshoff
(absolut lesenswert!)
www.psychologie.uni-heidelberg.de _________________ „Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.“
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